Der Welsh Corgi Pembroke ist ein robuster ursprünglicher Arbeitshund, dennoch gibt es Dispostionen für genetisch bedingte Krankheiten auch in dieser Rasse.
Wir möchten damit transparent umgehen und informieren, um welche Dispositionen es sich hierbei handelt und wie wir diese als Züchter in unserer Wurfplanung berücksichtigen.
Degenerative Myelopathie (DM):
Eine chronisch fortschreitende, schmerzfreie Rückenmarkserkrankung. Betroffene Hunde verlieren zunächst die Koordinationsfähigkeit in den Hinterläufen, innerhalb von sechs bis zwölf Monaten breitet sich die Lähmung auf den ganzen Körper aus.
Pembrokes können nur erkranken, wenn sie DM-Doppelgenträger (DM/DM) sind, von diesen erkranken statistisch etwa 3%.
Der Auslöser ist nicht vollständig bekannt. Die klinischen Symptome zeigen sich ab einem Alter von 9 Jahren. Leider ist die degenerative Myelopathie unheilbar.
Hüftdysplasie (HD):
Eine angeborene Fehlbildung der Hüftgelenkspfanne, die ausgesprochen schmerzhaft sein kann. Ohne Behandlung führt sie unweigerlich zu dauerhaften Schädigungen an Hüftkopf oder Gelenkpfanne.
Sie äußert sich in Gehbehinderungen unterschiedlicher Schweregrade. Eine Diagnosestellung erfolgt mittels Röntgenuntersuchung. Therapeutische Maßnahmen umfassen eine physiotherapeutische Kräftigung der
Hinterhandmuskulatur und Schmerzmedikation. In schwerwiegenden Fällen muss operiert werden.
Progressive Retinaatrophie (PRA):
Im Verlauf dieser unheilbaren Krankheit stirbt die Netzhaut langsam ab. Sie betrifft relativ junge Tiere, die innerhalb weniger Jahre vollständig erblinden. Das erste Symptom ist Nachtblindheit, da die
Nachtsichtzellen als erste verkümmern. Die PRA tritt häufig in Kombination mit grauem oder grünem Star auf.
Von-Willebrand-Krankheit:
Der Von-Willebrand-Faktor ist ein Glykoprotein, das einen wichtigen Beitrag zur Blutgerinnung leistet. Bei dieser Erkrankung besteht ein Mangel daran, was beim Hund zu einer erhöhten Blutungsneigung führt.
Bei größeren Blutverlusten und Operationen können Transfusionen nötig sein.
CDPA/CDDY/IVDD:
CDPA/CDDY sind die Mutationen, welche vereinfacht dargestellt zu kurzen Beinen führen. Mit CDDY wir ein erhöhtes Risiko für für Bandscheibenvorfall (IVDD) in Verbindung gebracht.
Es handelt sich hierbei um einen Risikofaktor und nicht um eine Erkrankung, CDDY ist bei mehr als 80 Rassen im wisdompanel nachgewiesen worden.
Im Club für britische Hütehunde (CfBrH) werden nur Pembrokes mit folgenden Gesundheitsuntersuchungen zur Zucht zugelassen:
- HD Röntgen incl. lumbosakrale Übergangswirbel mit zentraler Auswertung ab 12 Monaten (Verpaarung von HD C nur mit HD A möglich, Sondergenehmigung kann erteilt werden)
- Opthalmologische Untersuchung auf Augenerkrankungen ab 12 Monaten (Zuchtausschluß bei beeinträchtigendem oder erblichem Befund)
- Gentest auf PRA, DM und vWD (für DM und vWD zum Zwecke des Monitorings, bisher wurden keine zuchthygienischen Einschränkungen festgelegt)
- Ab 2026 Röntgen des Rückens mit zentraler Auswertung zur Feststellung klinischer IVDD-Syptome (Kalzifkationen, sofern vorhanden, werden klassifiziert, zuchthygienische Maßnahmen sind in Planung)
Zusätzlich zu den vom CfBrH geforderten Untersuchungen unterwerfen wir uns als Züchter einer zuchtethischen Selbstkontrolle.
Das bedeutet für uns:
- keine vWD-Träger in der Zucht
- Präferenz auf Verpaarungen bei denen die Nachkommen DM frei oder Einzelgenträger sind, die somit nicht erkranken können
- Gentest der Zuchthunde auf über 200 genetische Krankheitsdispositionen, darunter auch EIC, XSCID, diverse genetische Augenerkrankungen
- Gentest auf über 40 Merkmale wie Fellfarbe, Körperausprägung usw.
- Gentest auf Heterozygotie und den Inzuchtkoeffizienten (Die Heterozygotie gibt den Prozentsatz der verschiedenen genetischen Marker an, die von den Eltern eines Tieres vererbt wurden.)
- DLA Haplotypen Gentest (Dog Leukozyte Antigens sind wichtig für das Immunsystem eines Tieres. Spezielle Kombinationen stehen im Zusammenhang mit verschiedenen Autoimmunerkrankungen
bei bestimmten Rassen) - seit 2025 Röntgen des Rückens aller unserer Hunde
Wir versuchen bei jeder Verpaarung alle Faktoren abzuwägen. Außer den genetischen Aspekten schenken wir auch dem Typ, dem Charakter und dem Exterieur der Hunde ebenso Beachtung.
Zucht bedeutet immer Risikominimierung, Erhalt und Verbesserung.